Nachgefragt : Wie übst du Yoga? Gibt es Rituale? #2

Hast du dich schon mal gefragt, wie dein Lehrer Yoga praktiziert und es schafft in seiner Mitte bleibt? Hier kommen die Antworten…

Dr. med. Janna Scharfenberg, Yogalehrerin und Ayurveda Expertin

JannaIn meinem Leben gleicht kein Tag dem anderen und die medizinische Arbeit in der Arztpraxis mit Patienten, Workshops & Vorträge, Yogaunterricht und die Arbeit an meinem Blog IN GOOD HEALTH wechseln sich kunterbunt ab. Ich liebe diese Abwechslung und den Trubel den dieser Lebensstil mit sich bringt. Dabei ist es aber umso wichtiger mir selbst durch tägliche Rituale und gelebte Achtsamkeit einen Rahmen zu stecken, der mich erdet und zentriert. Ich stehe morgens meist um 5.30 Uhr auf und verbringe die erste Stunde in Stille und allein. Ich beginne mit einer Runde ayurvedischer Reinigungsrituale in Form von Ölziehen, Zungeschaben, Nasenspülung, Trockenmassage des Körpers mit einem Seidenhandschuh und anschliessend einem grossen Glas warmen Wasser mit etwas frischem Zitronensaft. Anschliessend setzte ich mich auf mein Meditationskissen und praktiziere ein paar Atemübungen, eine kurze Meditation und etwas Tapping. Zum Abschluss setze ich eine Intention, die mich durch den Tag begleiten soll. Das hört sich ziemlich langwierig und kompliziert an, ist es aber mit etwas Routine gar nicht und ich passe es jeweils auf mein morgendliches Zeitfenster an. Wenn ich morgens mehr Luft habe praktiziere ich auch noch ein paar Asanas, ansonsten gehe ich dafür aktuell 3x pro Woche in mein Lieblingsstudio oder begebe mich am Abend auf die Matte. Bevor ich ins Bett gehe, verbringe ich auch nochmals ein paar Minuten in Stille und lasse alles für was ich heute dankbar war und was ich schönes erlebt habe Revue passieren.

Dana Sertel, Jivamukti Yogalehrerin und Bloggerin

danaIch versuche Yoga immer weiter auszudehnen. Auf meine Beziehungen, auf alles abseits der Matte. Mich in Mitgefühl zu üben. Morgens bin ich sehr schnell wach. Ich versuche vor der Praxis möglichst wenig Input zu haben. Am besten kein Kontakt zur Außenwelt. Wenn ich Zeit für eine Home-Practice habe dann mache ich mir schöne Musik an (kann alles sein von Mantren bis Techno) und wärme mich auf mit ein paar Sonnengrüßen oder indem ich einfach tanze. Bei schönem Wetter gehe ich sehr gerne schwimmen. Asana-mäßig versuche ich immer eine Sache einzubauen auf die ich gar keine Lust habe. Um meinen inneren Schweinehund ein bisschen zu ärgern. Nur auf eins habe ich immer und zu jeder Zeit Lust: Handstand. Kein Tag ohne. Das funktioniert einfach für mich.

Binh Le, Ashtanga Vinyasa Yogalehrer

YBL_BinhLe_02An den Tagen, an denen ich Mysore Unterricht gebe, stehe ich um 4h morgens auf und koche mir ein Kaffee. Währenddessen versuche ich so wenig wie möglich zu machen und die Zeit alleine am Morgen zu genießen. Nach Mysore bleibe ich im Studio für meine eigene Praxis. Ich habe früher meine Praxis vor dem Unterricht durchgezogen, bin also um 2h bereits auf den Beinen gewesen. Ehrlich gesagt, nach einigen Jahren, habe ich mich selber an den Kopf gefasst und mich gefragt…wozu? Je nach körperlichen Verfassung, habe ich mir mittlerweile die Freiheit genommen, selber zu entscheiden, welche Ashtanga Serie ich praktizieren möchte, entgegen der „Tradition“. Ich habe das Gefühl, dass diese Entscheidung mental und physisch für mich am effektivsten war. Vor allem wenn man 5-6 Mal die Woche knapp zwei Stunden auf der Matte ist. Und für den Rest des Tages habe ich selten einen Plan. Ich lasse mich sooft es geht treiben und entscheide spontan, wonach mir ist.

Maria Reich, Vinyasa Yogalehrerin

In den ersten beiden Morgenstunden haben sich folgende Rituale herauskristallisiert, die mir täglich zu mehr Klarheit verhelfen und super für meine Gesundheit sind: Gegen 7 Uhr Aufstehen und erst mal bewusst ein paar gute Gedanken denken, die meiner Seele gut tun. Dann kaltes Wasser ins Gesicht, Wasserkocher anstellen, einen Teelöffel Kokosöl in den Mund schieben (15-20 Minuten Ölziehen um Giftstoffe auszuleiten), frischen Ingwertee aufgießen, kurze Ganzkörpermassage mit der Trockenbürste (anregend, entgiftend), schnell warm duschen, kalt abduschen, Kokosöl ausspucken, Zähne putzen, Zunge putzen und endlich den warmen Tee schlürfen (regt die Verdauung an). So beginnt mein Tag zu 90%. Was jetzt kommt variiert immer. Das können 40 Minuten Meditation und 10 Minuten Yoga sein. Oder 20 Minuten Yogapraxis und 10 Minuten Meditation. Oder schlicht 1 Stunde Meditation. So oder so versuche ich hier auf der Yogamatte gezielt nochmal mein Mindset mit kraftvollen Gedanken aufzuladen: ,,Ich glaube an diesen Tag. Ich glaube an meine Talente und Fähigkeiten. Ich liebe meine Freunde. Ich liebe meine Familie. …“

Hier geht es zum ersten Teil

 


Photo credits: Privat, Titelbild: Nick Kenrick. via DesignHunt / CC BY

 

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