Nachgefragt : Wie übst du Yoga? Gibt es Rituale? #1

Welche Rituale haben eigentlich Menschen, die anderen dabei helfen sich zu entspannen, körperlich gesünder und geistig gelassener zu werden? Ich habe nachgefragt… 

 

Nicole Herrmann, Yogalehrerin und Katzenliebhaberin

praxis_nicole

Ich bin Nicole und unterrichte in Berlin Yoga, offene Klassen, Workshops und Privatschüler. Ich hab auch noch einen ganz weltlichen Job, ich arbeite in einem Büro für Markt und Trendforschung. So sieht mein Morgen eigentlich fast immer anders aus, dies gibt mir aber die Möglichkeit die Praxis, oder mein Ritual an den Tag anzupassen. Morgens rolle ich mich im Bett in die Haltung des Kindes und atme ein paar Mal tief durch, und jetzt kommts 😉 spreche ein Gebet dabei. Danach brühe ich mir Kaffee und Brennnessel Tee auf, Reinige meine Nase (Neti Pott), meine Zunge (Zungenreiniger) und hopse unter die Dusche. Mal ziehe ich Öl, mal nicht. Danach trinke ich den Kaffee. Jetzt bin ich bereit für 3 Runden Kappalabhati, 5 Minuten Nadi Shodana und 10 Minuten Meditation. Je nach Tag, gehe ich danach laufen, mache Yoga, oder gehe schwimmen. ( Den Tee trinke ich dazwischen 🙂 ). Ich finde es super morgens ein schönes Gedicht (Erich Kästner, Rilke), einen Spirit Talk oder ganz einfach Deutschlandradio zu hören, das bringt mich in Stimmung.

Rebecca Randak, Yogalehrerin und Bloggerin 

Rebecca Randak 3 Morgenroutine

Seit einigen Jahren habe ich eine Art Morgenritual. Aufstehen, Tee trinken und dann 15 Minuten bis 1 Stunde Self Practice. Das Minimum sind 5 Minuten Pranayama und 10 Minuten Meditation. Oft übe ich davor die Magic 10, eine sehr bekannte Sequenz aus dem Jivamukti Yoga, und mache im Anschluss Übungen, die meinem Körper gut tun: Mal rolle ich über die Blackroll, mal wickle ich mich yogatherapeutisch in Hilfsmittel ein, um Verletzungen zu heilen und manchmal übe ich einfach nur Sonnengrüße. On top tiger ich drei bis fünf Mal pro Woche ins Studio und schwinge mich durch die Chaturangas. Wenn kein Studio in der Nähe ist, rolle ich einfach die Matte zuhause aus.


Franziska Schulze, Lifecoach & Autorin

FranziskaSchulze

Ich praktiziere jeden Tag Yoga und trotzdem brauche ich nicht viel Zeit dafür. Dafür habe ich mir eine Routine einfallen lassen, die viel Druck und Stress aus den Glaubenssätzen rund um „was ein guter Yogi tun muss“ rausnimmt. Jeden Morgen starte ich mit wenigen kurzen Aufwärmübungen in meinen Tag. Einfach ein paar Cat-Cow-Stretches, um meine Wirbelsäule in Schwung zu bringen, Sufi-Kreise, um in meiner Mitte anzukommen und was danach noch gut tut. Dann meditiere ich 10 bis 20 Minuten. Wenn ich Bewegung brauche, tausche ich das Programm gegen meine Laufschuhe und mache eine Lauf-Meditation, indem ich beim Joggen in vier Zügen ein- und ausatme, meine Aufmerksamkeit immer auf den Fuß konzentriere, der den Boden berührt und dabei mental Sa-Ta-Na-Ma sage. Die beste Meditation in Bewegung, die es gibt! Und in diesem Sinne auch eine Form von Yoga. Richtige Yoga-Kurse besuche ich im Schnitt zwei Mal pro Woche. Da habe ich meine Lieblingskurse, die ich versuche einzuhalten. Wenn’s mal nicht klappt, gehe ich abends laufen oder mache etwas anderes. neulich war ich beim Pilates. Das war auch eine interessante Erfahrung. Am Ende soll es schließlich gut tun und Spaß machen. Es gibt dabei nichts zu erreichen, nur zu entdecken. Mein Tipp für alle, die keine Zeit für mehr Yoga frei machen können: Mach Atem-Yoga. Der Profi nennt das Pranayama. Das kannst du überall machen. Morgens im Bett, im Meeting, beim Treppensteigen und sogar beim Sex. Schicke einfach alle deine Gedanken eine Etage tiefer in deinen Atem und beobachte, wie er dich mit Energie versorgt.


Julia Wunderlich, Ayurveda Köchin & Ayurveda Gesundheits- und Ernährungstherapeutin

juliawunderlich

Meine Woche beginnt immer Montags morgen um neun Uhr beim Iyengar-Yoga auf der Matte. Iyengar-Yoga ist so klar und präzise, wie ich es brauche. Am Sonntag gehe ich extra früh ins Bett, damit Kopf und Körper am nächsten morgen alles aufnehmen können, was ihnen an Wissen und Weite geschenkt wird. Die Woche über übe ich dann alleine zu Hause. „Yoga everyday“ macht mir eher Stress, also hat sich 2-3 Mal die Woche eingependelt. Ich übe immer morgens, das passt am Besten zu mir. An wuseligen Tagen benutze ich die App Medigong. Die klingelt alle fünf Minuten und hilft mir an diesen Tagen meinen Fokus auf die Asanas und die Atmung zu lenken. Um meinen Geist zu regenerieren, meditiere ich Abends. Das ist das größte Geschenk an mich selbst.


Frauke Schroth, Yogalehrerin

fraukeschroth

Meine Routine ist keine wirkliche Routine. Yoga gehört in mein Leben und ohne meine tägliche Portion, weiß ich, dass zu viel durcheinander gehen würde. Ich versuchte das etablieren einer Routine. Gleiche Uhrzeit, ähnliches Programm. Doch scheiterte ich am schlechtem Gewissen, wenn ich es dann doch einmal nicht tat. So nehme ich mir die Freiheit und mache was ich will, bzw. was mein Körper mir sagt. Manchmal wache ich auf und weiß sofort, was ich brauche, manchmal muss ich mich erst hinsetzen und in der Ruhe erfahre ich, was zu tun ist. Ich gestalte meine Praxis nach dem, was ich brauche und wann ich es brauche. Ab und an ist es sehr dynamisch, kraftvoll, schweiß-treibend und klar auf Kraft fokussiert, manchmal ist es genau das Gegenteil: loslassen und durchatmen.  Was ich immer wieder in meine Praxis einbaue ist eine Chakren Meditation inspiriert von Caroline Myss und was immer dabei ist: Zu Beginn eine Intention und zum Ende ein Moment in Dankbarkeit.

Sandra Winkens, Yogalehrerin

Meine Praxis ändert sich täglich… Ich übe am liebsten ganz schlicht, damit ich im Anschluss ein Gefühl der Klarheit und Ruhe spüre. Ein guter Richtwert sind 30 Minuten. Primär stehende Haltungen und Umkehrhaltungen. Insbesondere der Kopfstand zentriert mich und schenkt mir neue Frische. Ich bin ein absoluter Pranayama Freak. Die Wechselatmung ist mein All-Time-Favourite. Mich fasziniert auch die Wirkung, der aktiven Kundalini Meditationen nach Yogi Bhajan. Sie beinhalten Mantra, Mudra und oft ein spezielles Pranayama. Abends gehe ich meistens noch in eine regenerative Yin Haltung, für 5-7 Minuten. Selbst wenn die Tage übervoll sind, eine kurze Meditation ist immer drin. Im Alltag übe ich mich in Achtsamkeit. Dadurch spüre ich was mir gut tut und kann auch besser wahrnehmen, was meine Mitmenschen so bewegt.

Danke an alle die mitgemacht haben! Bald folgt ein zweiter Teil!♥︎

 

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